DAS ALL IN ONE-HoBBY – MEhR ALS 2 FLIeGEN MIT EInER KLAPPE

Der Weg zum All in One-Hobby

„Was, echt, du bist Grafikerin? Toll! Ein total kreativer Beruf!“ So reagieren viele Menschen, wenn sie erfahren, was ich beruflich mache. Dass ich auch Schriftsetzerin bin, erwähne ich meist gar nicht, denn mit diesem Berufsbild, das es offiziell gar nicht mehr gibt, kann ohnehin kaum einer was anfangen. Wenn ich mich doch hinreißen lasse und kurz erkläre, habe ich noch nie, ich schwöre, noch nie, eine Reaktion der gerade zitierten Art erhalten. Ach je, Schrift, Buchstaben, puh, wie langweilig – kann man förmlich auf der Stirn des Gegenübers lesen.

Ich hingegen bin da ganz anderer Meinung, finde Typografie mindestens ebenso spannend und abwechslungsreich wie, das, was sich Leute unter Grafik Design vorstellen. Spannend, abwechslungsreich, richtung-weisend – und allgegenwärtig. Unter dem Motto „TypoMatters“ kursieren ganz viele Beispiele im Internet, die genau das kurz und knapp verdeutlichen. Doch weil die ja alle einem Urheberrecht unterliegen, hab ich schnell selbst was zur Demonstŕation zusammengebastelt:

Dreimal ein und derselbe Satz – und trotzdem drei völlig unterschiedliche Aussagen. DAS macht Typografie! Wenn das mal nicht spannend ist! Nur leider, leider lässt der berufliche Alltag kaum noch einen eingehenden, sorgfältigen und fachmännischne Umgang mit Typografie zu, was verschiedene Ursachen hat. Damit bin ich auch endlich beim eigentlichen Thema.

Der Job als All in One-Hobby ? Fehlanzeige!

Ich bin Schriftsetzerin und kann meine typografischen Bedürfnisse nicht ausleben, ich bin Grafikerin und habe kaum Raum für Kreativität. Und ich bin wissbegierig und vielseitig und werde ziemlich kanalisiert, was das Disziplinenmäandern betrifft. Tja, was bleibt, wenn der Job so dröge ist? Nix anderes, als es privat auszuleben.

Und da hab ich jetzt etwas gefunden, was mehrere meiner Bedürfnisse gleichzeitig aufs Angenehmste befriedigt: Steine bemalen und ihnen etwas entlocken, was kaum einer darin vermutet. Die fertigen Steine auswildern, indem ich sie digital in ihren natürlichen Lebensraum entlasse. Meiner Phantasie freien Lauf lassen, mich auf die Suche nach passenden Bildern machen – und wenn ich nicht das Ideale finde -, es mir aus mehreren Fotos zusammenbasteln, bevor ich die tierischen Kiesel darin verankere. Das hält mich in Sachen Bildbearbeitung in Übung.

Und als Krönung: ein Buch draus machen, mit einem Layout nach meinem Geschmack und einer Typografie, die perfekt zu den Bildern passt. Das bestimme ich, nicht irgend ein Chef oder Kunde. Oh, wie gut das tut!

Um es nun nach langer Einleitung kurz zu machen: hier einige weitere meiner Lieblingsmotive und ein paar Erklärungsseiten. Und während ihr schaut, mach ich mich schon mal ans nächste Projekt…

Übrigens: gestern habe ich die Daten „ausgewildert“ – ab in die Druckerei: Hardcover, 30 x 30 cm, matt gestrichenes Kunstdruckpapier, 250 g/m², 60 Seiten. Ich bin tierisch gespannt und freue mich wie ein Kind!

BARBARA Written by:

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